Ratgeber

Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU: Schrauben als drucktragende Teile

Warum Flanschschrauben unter die Druckgeräterichtlinie fallen und was der Hersteller nachweisen muss

Begriff erklärt

Warum Flanschschrauben unter die Druckgeräterichtlinie fallen und was der Hersteller nachweisen muss

Die Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU, kurz DGRL oder englisch PED, regelt in der Europäischen Union das Inverkehrbringen von Druckgeräten ab 0,5 bar Überdruck: Behälter, Rohrleitungen, Armaturen, Wärmetauscher und ihre drucktragenden Teile. Schrauben und Muttern, die Flansche, Deckel oder Gehäuseteile zusammenhalten, sind drucktragende Teile. Für sie gelten die Werkstoffanforderungen des Anhangs I, und der Druckgerätehersteller muss die Eignung des Werkstoffs und die Herkunft der Zeugnisse nachweisen.

Zwei im Zugversuch gerissene Schrauben mit Bruchfläche

Was die Richtlinie vom Schraubenhersteller verlangt

Drucktragende Teile müssen aus Werkstoffen bestehen, die für die Anwendung geeignet sind: harmonisierte Normen, europäische Werkstoffzulassung oder ein Einzelgutachten, die sogenannte besondere Werkstoffbeurteilung. Zeugnisse für Teile der Kategorien II bis IV müssen von einem Werkstoffhersteller mit begutachtetem Qualitätssicherungssystem stammen, damit ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 ausreicht; sonst ist eine Abnahme 3.2 möglich. Die Norm EN 764-5 beschreibt diese Begutachtung. RS Randack ist nach EN 764-5 und nach AD 2000 W0 begutachtet, kann also Zeugnisse nach EN 10204 ausstellen, 3.1 oder 3.2, die ein Druckgerätehersteller unter der Richtlinie anerkennen darf. Die Urkunden liegen im Downloadbereich.

Und für Großbritannien

Seit dem Austritt aus der Union gelten dort die Pressure Equipment Safety Regulations, die der Richtlinie weitgehend entsprechen. Die Begutachtung von RS Randack deckt ausdrücklich auch diese Anforderungen ab.

Was Sie angeben sollten

Kategorie und Regelwerk des Druckgeräts, Auslegungstemperatur und Druck, Werkstoff mit Werkstoffblatt oder Norm, Zeugnisart und gegebenenfalls Abnahmegesellschaft. Für Druckgeräte außerhalb Europas nennen Sie das jeweilige Regelwerk, zum Beispiel ASME mit Güten nach ASTM A193 und A194.

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