Ratgeber
Schichtdicke von Beschichtungen
Wie Schichtdicken gemessen werden und warum sie beim Gewinde über die Montage entscheiden
Begriff erklärt
Wie Schichtdicken gemessen werden und warum sie beim Gewinde über die Montage entscheiden
Die Schichtdicke gibt an, wie viel Material eine Beschichtung auf die Oberfläche aufträgt, gemessen in Mikrometern. Sie entscheidet über zwei Dinge: den Korrosionsschutz, der mit der Dicke wächst, und die Passung des Gewindes, die mit der Dicke schrumpft. Zwischen beidem liegt für jede Beschichtung ein Fenster, das die Norm oder die Spezifikation vorgibt.
Übliche Schichtdicken
- Galvanisch Zink nach ISO 4042: 5 bis 12 µm.
- Zinklamelle nach ISO 10683: 8 bis 15 µm, mit Deckschicht bis 20 µm.
- Manganphosphat nach ISO 9717: 5 bis 15 µm, meist 6 bis 10 µm als Grundschicht.
- PTFE Gleitbeschichtung: 15 bis 25 µm, auf der Phosphatschicht.
- Feuerverzinkung nach ISO 10684: 40 bis 80 µm und mehr, nur mit Gewindezugabe.
Wie gemessen wird
Zerstörungsfrei magnetinduktiv auf Stahl oder mit Röntgenfluoreszenz an glatten Flächen wie Kopf oder Stirnseite; am Gewinde selbst und bei Mehrschichtsystemen liefern diese Verfahren nur Näherungswerte. Verlässlich ist der metallografische Schliff nach ISO 1463: Ein Teil wird quer geschnitten, eingebettet, poliert und die Schicht unter dem Mikroskop vermessen, auch im Gewindegrund und an der Flanke. RS Randack misst Schichtdicken nach der Rückkehr vom Beschichter an glatten Flächen; den Schliff fertigt das eigene Labor an, für unabhängige Nachweise auf Wunsch ein akkreditiertes Partnerlabor.
Die Zugabe im Gewinde
Jede Schicht legt sich auf beide Flanken und verkleinert das Spiel vierfach gegenüber ihrer Dicke, gemessen am Flankendurchmesser. Ein Gewinde 6g verträgt dünne Schichten bis etwa 12 µm, darüber braucht es die Toleranzlage 6e oder 6f oder eine Mutter mit Übermaß. RS Randack legt die Gewinde auf die vorgesehene Schichtdicke aus und prüft die Lehrenhaltigkeit nach dem Beschichten; die Kennzeichnung wird vorher tief genug geprägt, damit sie unter der Schicht lesbar bleibt.
Was Sie angeben sollten
Beschichtung mit Schichtdickenfenster, Messverfahren und Messstelle, ob ein Schliff als Nachweis gewünscht ist, Toleranzklasse des Gewindes nach dem Beschichten.
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