Ratgeber
Lünette: lange Drehteile ohne Durchbiegung
Wie Wellen, Zuganker und Bolzen bis 3.500 mm Länge maßhaltig gedreht werden
Begriff erklärt
Wie Wellen, Zuganker und Bolzen bis 3.500 mm Länge maßhaltig gedreht werden
Eine Lünette ist eine Abstützung auf der Drehmaschine: Rollen oder Backen greifen von drei Seiten um das drehende Werkstück und halten es an der Stelle, an der das Werkzeug arbeitet. Ohne sie biegt sich ein langes, schlankes Teil unter Schnittkraft und Eigengewicht durch, beginnt zu schwingen und wird in der Mitte dicker als an den Enden; die Oberfläche zeigt Rattermarken. Mit Lünette bleibt das Teil über die ganze Länge rund, zylindrisch und ruhig.
Wo lange Drehteile gebraucht werden
Zuganker für Pressen und Behälter, lange Dehnschrauben und Stiftschrauben für Turbinen, Spindeln, Wellen, Kolbenstangen, Kuppelstangen und Bolzen für Krane, Walzwerke und Schiffsmotoren. Oft sind es Einzelstücke oder kleine Lose aus Vergütungsstahl, nichtrostendem Stahl oder Sonderlegierungen, mit Passsitzen, Gewinden an beiden Enden und engen Toleranzen für Rundlauf und Geradheit.
Wie RS Randack lange Teile dreht
Auf CNC Drehzentren mit mitfahrenden Lünetten, die im Programm gesteuert werden; Teile, die länger sind als der Arbeitsraum, ragen durch die Spindel und werden dort gestützt. So entstehen Drehteile bis 3.500 mm Länge und bis 300 mm Durchmesser, Lünetten sind üblich bis rund 150 mm Durchmesser. Oberflächen bis Ra 1,6 werden direkt gedreht, feinere Passsitze geschliffen. Nach dem Vergüten werden lange Teile auf Geradheit geprüft und bei Bedarf gerichtet; das Gewinde wird anschließend gerollt. Rundlauf, Geradheit und Passmaße stehen auf Wunsch im Messprotokoll.
Was Sie angeben sollten
Zeichnung mit Länge, Durchmessern, Toleranzen für Rundlauf und Geradheit, Oberflächengüte, Gewinden und Passsitzen, Werkstoff und Wärmebehandlungszustand, Stückzahl, Zeugnis und Messprotokoll.
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