Ratgeber

Festigkeitsklassen von Muttern nach ISO 898-2

Welche Mutter zu welcher Schraube gehört und was der Prüfkraftversuch nachweist

Begriff erklärt

Welche Mutter zu welcher Schraube gehört und was der Prüfkraftversuch nachweist

Muttern haben wie Schrauben Festigkeitsklassen, genormt in ISO 898-2: 04, 05, 5, 6, 8, 10 und 12. Die Zahl entspricht einem Hundertstel der Prüfspannung in Newton je Quadratmillimeter, die eine Schraube im Zugversuch durch die Mutter erreichen darf, ohne dass das Gewinde abstreift. Eine Mutter der Klasse 10 trägt also eine Schraube bis 1.000 N/mm² Zugfestigkeit, das ist 10.9. Die Regel: Die Mutternklasse ist mindestens die erste Zahl der Schraubenklasse, Klasse 8 zu 8.8, Klasse 10 zu 10.9, Klasse 12 zu 12.9. Eine höhere Mutternklasse schadet nicht, eine niedrigere lässt die Verbindung im Gewinde versagen, bevor die Schraube bricht.

Vergütete Mutter auf dem Lieferschein der Härterei

Mutterhöhe und Abstreifen

Ob die Mutter die volle Schraubenkraft trägt, hängt neben der Festigkeit von der Höhe ab: Normale Muttern nach ISO 4032 mit rund 0,8 d sind für die volle Belastbarkeit ausgelegt, niedrige Muttern nach ISO 4035 mit 0,5 d erreichen nur die Klassen 04 und 05 und dienen zum Kontern. Hohe Muttern nach ISO 4033, Dehnschraubenmuttern nach DIN 2510 und Heavy Hex Muttern nach ASME bringen Reserve für hochfeste und warmfeste Verbindungen. Bei weichen Gegenwerkstoffen, zum Beispiel Stiftschrauben in Grauguss, entscheidet das Einschraubende, nicht die Mutter.

Amerikanische und Sondermuttern

ASTM A194 kennt statt Zahlen Güten wie 2H, 4, 7 und 8, die zu B7, B16, L7 und B8 passen. Muttern aus nichtrostendem Stahl folgen ISO 3506-2 mit Klassen 50, 70 und 80. Sondermuttern nach Zeichnung erhalten ihre Klasse über Werkstoff, Vergütung und Nachweis.

Wie RS Randack nachweist

Muttern aus eigener Fertigung werden je Los im Prüfkraftversuch geprüft: Ein gehärteter Dorn oder die zugehörige Schraube zieht mit der Prüfkraft durch die Mutter, das Gewinde darf nicht abstreifen und die Mutter danach von Hand abdrehbar sein; dazu kommen Härteprüfung und bei Bedarf Gefügeuntersuchung. Muttern und Bolzen aus einem Auftrag kommen mit gemeinsamem Zeugnis, die Kennzeichnung trägt die Klasse und das Herstellerzeichen.

Was Sie angeben sollten

Festigkeitsklasse der Schraube, gewünschte Mutternklasse oder Güte, Mutterhöhe nach Norm oder Zeichnung, Beschichtung und ob Prüfkraftversuch und Härte im Zeugnis ausgewiesen werden sollen.

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