Ratgeber
Warmfeste und hochwarmfeste Stähle nach EN 10269
Werkstoffe für Schrauben, die bei 300 bis 600 °C fest bleiben
Begriff erklärt
Werkstoffe für Schrauben, die bei 300 bis 600 °C fest bleiben
Warmfeste Stähle behalten ihre Festigkeit bei erhöhten Temperaturen, bei denen gewöhnliche Vergütungsstähle nachlassen. Sie sind mit Chrom, Molybdän und Vanadium legiert; die Carbide dieser Elemente bleiben auch bei 400 bis 550 °C stabil und halten die Streckgrenze hoch. Für Verbindungselemente sind sie in EN 10269 genormt, zusammen mit den Prüfwerten bei Raumtemperatur und erhöhter Temperatur. Historisch kennen viele Zeichnungen noch die VdTÜV Werkstoffblätter.
Die Güten im Programm von RS Randack
- 21CrMoV5-7 (1.7709): Der klassische Turbinen- und Dampfkesselwerkstoff für Dehnschrauben, Stiftschrauben und Muttern bis etwa 500 °C.
- 40CrMoV4-6 (1.7711): Höhere Festigkeit als 21CrMoV5-7 bei vergleichbarer Warmfestigkeit, für hochbelastete Flanschverbindungen.
- X22CrMoV12-1 (1.4923) und X19CrMoVNbN11-1 (1.4913): Martensitische hochwarmfeste Stähle mit 11 bis 12 Prozent Chrom für Temperaturen über 500 °C, zum Beispiel an Dampfturbinen und Hochtemperaturarmaturen; sie werden nach dem Schmieden langsam abgekühlt und brauchen eine genau geführte Wärmebehandlung.
- Nickelbasislegierungen übernehmen oberhalb des Bereichs martensitischer Stähle.
Was beim Fertigen anders ist
Warmfeste Stähle sind im vergüteten Zustand schwerer zerspanbar und schwerer zu rollen als 42CrMo4; RS Randack rollt die Gewinde trotzdem, auch im vergüteten Zustand, mit darauf abgestimmten Rollwerkzeugen. Nachgewiesen werden neben Zugversuch und Härte auf Wunsch die Warmstreckgrenze über ein Partnerlabor und die Kerbschlagarbeit im eigenen Labor.
Was Sie angeben sollten
Einsatztemperatur und Dauer, Werkstoffnummer oder Norm, geforderte Warmstreckgrenze, Festigkeitsklasse oder Mindestwerte, Zeugnisart.
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