Ratgeber

Salzsprühnebeltest nach ISO 9227 und ASTM B117

Was 480, 720 oder 1.000 Stunden über eine Beschichtung aussagen und was nicht

Begriff erklärt

Was 480, 720 oder 1.000 Stunden über eine Beschichtung aussagen und was nicht

Der Salzsprühnebeltest ist die verbreitete Kurzprüfung für den Korrosionsschutz von Beschichtungen. In einer geschlossenen Kammer werden die Teile bei 35 °C ununterbrochen mit einem feinen Nebel aus fünfprozentiger Kochsalzlösung besprüht; in festen Abständen wird geprüft, ob und wo Korrosion auftritt. ISO 9227 beschreibt den neutralen Salzsprühtest NSS, ASTM B117 ist die amerikanische Entsprechung. Das Ergebnis ist eine Stundenzahl bis zum ersten Auftreten von Weißrost, der Korrosion des Zinks, oder von Rotrost, der Korrosion des Stahls darunter, Grundmetallkorrosion genannt.

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Was die Stunden bedeuten

Für Zinklamellenbeschichtungen nach ISO 10683 sind 480, 720 und 1.000 Stunden ohne Grundmetallkorrosion die üblichen Stufen; galvanische Zinkschichten mit Passivierung liegen je nach Dicke bei 72 bis 400 Stunden, Zinknickel deutlich höher; Manganphosphat mit PTFE Gleitbeschichtung wird häufig mit 1.000 Stunden spezifiziert. Die Stunden sind ein Vergleichsmaßstab zwischen Beschichtungen unter gleichen Bedingungen. Sie sind keine Lebensdauer: Ein Teil mit 1.000 Stunden hält im Freien nicht 1.000 Stunden und auch nicht zehnmal so lang, sondern verhält sich relativ zu einem Teil mit 480 Stunden besser. Übertragbar auf die Praxis ist der Test nur innerhalb derselben Beschichtungsart.

Was bei Gewinden zu beachten ist

Gewindegrund, Kanten und Innensechskante sind die Schwachstellen jeder Beschichtung, weil dort die Schicht dünner ist. Spezifikationen, die hohe Stundenzahlen an Gewinden verlangen, setzen deshalb gleichmäßigen Auftrag voraus; bei Beschichtungen, die mit Pistole aufgebracht werden, kann der Nachweis an Gewinden nur mit Einschränkung zugesagt werden. RS Randack nennt das im Angebot, damit es nicht erst bei der Abnahme auffällt.

Wie der Nachweis geführt wird

Der Beschichtungspartner liefert das Zertifikat seines Systems; eine Prüfung am Bauteil läuft über ein akkreditiertes Partnerlabor, auf Wunsch als Erstmusterprüfung mit Prüfbericht. Schichtdicke und Haftung werden ergänzend geprüft.

Was Sie angeben sollten

Norm des Tests, geforderte Stunden und Bewertungskriterium, ob der Nachweis am Bauteil oder am Prüfblech geführt werden soll, Beschichtungssystem.

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