Ratgeber

Magnetpulverprüfung (MT)

Oberflächenrisse an magnetisierbaren Stählen sichtbar machen

Begriff erklärt

Oberflächenrisse an magnetisierbaren Stählen sichtbar machen

Die Magnetpulverprüfung, kurz MT, ist ein zerstörungsfreies Verfahren zum Nachweis von Rissen und anderen Trennungen an und dicht unter der Oberfläche ferromagnetischer Werkstoffe. Das Teil wird magnetisiert; an einem Riss quer zum Feld tritt der magnetische Fluss aus und hält feine Eisenpartikel fest, die als Anzeige sichtbar werden. RS Randack arbeitet mit fluoreszierendem Prüfmittel unter UV Licht in der Dunkelkammer, dadurch zeigen sich auch sehr feine Anzeigen.

Gewindebolzen mit gerolltem Gewinde

Wie geprüft wird

Die Prüfung erfolgt in zwei Magnetisierungsrichtungen, damit Risse jeder Lage erfasst werden, mit Messung der Feldstärke und anschließender Entmagnetisierung, damit keine Späne am Teil haften. Lange Bolzen und Gewindestangen lassen sich bis zu einer Einspannlänge von rund 1.700 mm prüfen. Prüfer nach ISO 9712 Stufe 2 bewerten die Anzeigen nach der vereinbarten Norm und den Zulässigkeitsgrenzen der Spezifikation; die Prüfaufsicht ist benannt.

Wo die Magnetpulverprüfung eingesetzt wird

An Vergütungsstählen, warmfesten Stählen und allen anderen magnetisierbaren Werkstoffen nach dem Vergüten und nach dem Gewinderollen, vor einer Beschichtung. Bei dokumentationspflichtigen und sicherheitstechnischen Teilen prüft RS Randack 100 Prozent des Loses, in der Kerntechnik grundsätzlich, sonst nach Kundenvorgabe oder Prüfplan als Stichprobe. Nicht magnetisierbare Werkstoffe wie austenitische Stähle und Nickelbasislegierungen werden mit der Farbeindringprüfung geprüft.

Was Sie angeben sollten

Prüfumfang, Prüfnorm, Zulässigkeitsgrenzen für Anzeigen, Zeitpunkt im Fertigungsablauf und ob das Prüfprotokoll dem Zeugnis beigelegt werden soll.

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